Entwicklung Parkbogen Ost, Leipzig

Freiraumplanerischer Wettbewerb

 

Ausloberin
Stadt Leipzig,
Dezernat Stadtentwicklung und Bau

Wettbewerb
2019, Anerkennung

Größe
7 ha

Der sogenannte Parkbogen Ost auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse ist mehr als eine den Radfahrern und Fußgängern vorbehaltene bequeme Verbindung im Leipziger Osten. Vielmehr beinhaltet die Umnutzung der Bahnstrecke neben den lokalen städtebaulichen Entwicklungspotentialen die Chance, die Eisenbahn als den wichtigsten Antrieb für die enormen gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen im 19. Jahrhundert in Szene zu setzen. Mit dem größten Kopfbahnhof Europas und einem der wichtigsten Eisenbahnknoten Deutschlands wird in Leipzig die Gestaltung des Parkbogens Ost dieser Geschichte Rechnung tragen. Obwohl die Bahn im 20. Jahrhundert zugunsten des Kraftfahrzeugverkehrs als Massentransporteur für Güter und Menschen vernachlässigt wurde, wird aktuell ihre Bedeutung unter den Vorzeichen des Klimawandels neu geschätzt und ihre Modernisierung mit umfassenden finanziellen Mitteln betrieben. Insofern ist die Stilllegung dieser Strecke nicht Ausdruck eines Rückbaus, sondern einer Neuorganisation der Bahn.

Der Entwurf stellt sich dieser komplexen Aufgabe, indem er die stadträumlichen Anforderungen hinsichtlich der Verbindung von Ortsteilen, Vernetzung von Nachbarschaften, vielfältigen Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten sowie ökologischen Aspekten (Bepflanzung, Wasserrückhaltung) mit einer Gestaltung verbindet, die die bauliche Typologie und das ikonografische Design der Eisenbahn zur Bildung eines einzigartigen, städtischen Raums von hoher Identität nutzt. Die Arbeit versteht sich neben den stadträumlichen und landschaftlichen Inhalten als Beitrag zur Illustrierung der umfassenden Gestaltgeschichte der Eisenbahnkultur.